Literaturtreffen am 15. Oktober 2018

Literaturtreffen am 15. Oktober 2018

Es war ein gelungener Saisonauftakt des Kulturinstituts scribere et legere im Altwarenladen Old School im 17. Bezirk.

Den Anfang machte wie immer Matthias Wieser und wies auf die anstehenden Ereignisse hin: November-Treffen am 12.11., Teilnahme an der BuchQuartier 8./9. 12. im MQ Wien, Weihnachtslesung am 10. Dezember.

Außerdem berichtet er, dass die ersten Bücher der Edition scribere et legere in Zusammenarbeit mit dem AndreBuchVerlag demnächst erscheinen und dass mit Walter Baco ein weiterer hochinteressanter Kooperationspartner gefunden ist, mit dem 2019 ein Sonderschreibworkshop geplant ist.

Zum Hauptthema des Abends – Märchen – übernahm Gertrud Erbler die Moderation. Märchen wurden ursprünglich nur mündlich weitergegeben, erklärte sie, und die Helden (oder Heldinnen – weibliche und männliche Protagonisten halten sich die Waage!) müssen Abenteuer bestehen, damit das Gute siegen kann. Volksmärchen haben überall ähnliche Strukturen, in allen Weltgegenden, allen Sprachen, allen Religionen und Staatsformen, z.T. können sie auch sozialkritische Elemente enthalten. Mit dem Buchdruck entstanden erste Märchensammlungen zum Vorlesen. Die Gattung der Kunstmärchen, deren Blütezeit die Romantik war, verwendet typische Märchenmotive, kann jedoch auch die Weltanschauung der Verfasser widerspiegeln. Zu Märchenähnlichen Texten zählen Legenden und Fabeln.

Gertrud Erbler hat ein interessantes, perfekt aufbereitetes Referat gehalten, das eine rege Diskussion und viel positives Feedback auslöste. (Wie Deutschunterricht, nur spannender, brachte es die jüngste Zuhörerin auf den Punkt!) Dann folgte der praktische Teil: Margit Heumann las zwei kurze Volksmärchen aus Island mit ziemlich barbarischem Lokalkolorit, Regina Fürhacker hatte mehrere Märchenfiguren zu einer geistreichen, witzigen Geschichte verwoben, und Helga Schwaiger trug die Geschichte vom Königssohn und dem Glück vor. Das Feedback der Zuhörer war lebhaft und durchwegs positiv. Eine lyrische Rapunzel-Version von Irene Tanzberger rundete das Märchenthema ab.

Anschließend beantwortete Matthias noch Fragen zu aktuellen Projekten: Die geplante Anthologie soll eine bunte TextMischung von screleg-Autoren werden (ohne Themenvorgabe), während für die Dezember-Lesung weihnachtliche Texte (am liebsten besondere, spezielle, vielleicht sogar untypische) gesucht werden. Bitte an die Mail-Adresse office@screleg.at einreichen.

Beim nächsten Termin im Old School am 12. November liegt der Schwerpunkt auf Kurzgeschichten, im praktischen Teil sollen drei Autoren zu Wort kommen. Wer etwas dazu beitragen möchte, bitte einen Textvorschlag von max. 7 Minuten Lesedauer an margit.heumann@freenet.de schicken.

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