Hans Werner Sokop, Geflügelte Worte – wienerisch weitergespunna (Rezension v. Andreas H. Buchwald)

Im Grunde steht es einem, der des Wienerischen nicht ganz und gar mächtig ist, nicht zu, ein solches Buch zu rezensieren. Schließlich bin ich froh, wenn ich die Mundart der österreichischen Hauptstadt überhaupt verstehe. Dass ich sie per se schon mag, ist in diesem Zusammenhang eher unerheblich, aber da ich an diesem kleinen originell-netten Werk mitarbeiten durfte, ist sie mir jetzt ein wenig geläufiger als vorher, speziell, was ihre Schreibweise betrifft. Wie vollständig anders allerdings berühmte Sätze oder tatsächlich geflügelte Worte, die mir aus dem Deutschen geläufig sind, klingen, wenn man sie als Wiener aufnimmt und in eigener Weise weiterspinnt, habe ich dabei als Aha-Erlebnis mitgenommen. Eine  spritzige Zusammenstellung ist Hans Werner Sokop da gelungen, ein Büchlein, das für einen, der Wien kennenlernen möchte, eigentlich ein Muss ist. Obwohl wahrlich kein Mundart-Lehrbuch, aber ein Werk zum Einfühlen in den Wiener Schmäh, in eine Mentalität, die es so nirgendwo sonst in der Welt gibt.

In kleine, geschickt ausgewählte Kurzkapitel eingeteilt, die mit den wundervoll dazu passenden Zeichnungen von Leopold Ozegovic karikaturistisch eingeleitet werden, findet der Leser Beispiele aus vielen, sehr verschiedenen Bereichen des Lebens. Und ob er die Sprüche nun jemals anwendet oder nicht, Spaß hat er allemal, sie beim Lesen laut vor sich hin zu sprechen, vielleicht sogar vor dem Spiegel zu artikulieren.

Edition scribere & legere · ISBN 978-3-942469-66-1 · 80 S.

 

 

Comments are closed.