Gertrud Erbler, Letzter Ausweg Flucht (v. Andreas H. Buchwald)


Ungemein nüchtern und schmucklos und dadurch umso eindrucksvoller erzählt die Autorin in diesem Buch die Geschichte der Flucht einer ganzen Familie aus Afghanistan, die zunächst ohne ein bestimmtes Ziel angetreten wird, schließlich aber in Österreich endet. Es handelt sich dabei um die Beschreibungen eines ihr persönlich bekannten Paares und Ereignisse, die lange vor den großen Migrationsbewegungen aus asiatischen und afrikanischen Ländern nach Europa stattfanden. Obwohl Gertrud Erbler überwiegend mit den Stilmitteln des Berichtes arbeitet – oder gerade deswegen – und darauf verzichtet hat, eine dramatisierende Romanhandlung zu entwickeln, ist der Leser von der ersten bis zur letzten Seite von dem Schicksal der afghanischen Familie gefesselt und kommt kaum davon los. Wohltuend wirkt dabei die pure Erzählung der Geschehnisse, ohne ideologische Färbung oder polemische Rechthaberei. Somit bleibt der Leser frei, sich selbst eine Meinung zu alldem zu bilden beziehungsweise die gesamte Geschichte einfach nur auf sich wirken zu lassen.

Edition scribere & legere · ISBN 978-3-942469-67-8 · 200 S.

 

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